Was geht in einem Menschen vor, wenn seine Wirklichkeit zerbricht? Wenn Stimmen sprechen, die andere nicht hören, wenn Verfolger auftauchen, die nicht existieren, wenn das eigene Gehirn zur Bedrohung wird?
Prof. Dr. Josef Bäuml hat sein Leben damit verbracht, genau diesen Fragen nachzugehen. Als Leitender Oberarzt und Professor an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München war er über Jahrzehnte einer der renommiertesten Psychiater Deutschlands. Er behandelte Menschen in ihren dunkelsten Momenten – Menschen mit Schizophrenie, schizoaffektiven Störungen, schweren Psychosen. Er war dort, wo kein anderer weiterwusste.
Doch Prof. Bäuml war nie nur Arzt. Er war auch Forscher, Autor und Ratgeber – nicht zuletzt für die Angehörigen seiner Patienten, für die er ein vielbeachtetes Buch schrieb. Er wollte, dass Menschen verstehen, was Psychiatrie wirklich bedeutet: nicht wegsperren, sondern zurückbringen. Nicht Kontrolle, sondern Würde.
Heute ist Prof. Bäuml im Ruhestand. Er ist bereit zu sprechen – über seinen Beruf, seinen Glauben, über das Sterben und was danach kommt, über Zwang und Menschlichkeit.
In diesem Portrait trifft Anselm auf einen Mann, der Zeit seines Lebens anderen Menschen zugehört hat. Jetzt ist Prof. Bäuml derjenige, dem Fragen gestellt werden – persönliche, direkte, manchmal unbequeme Fragen.
Hinweis: In dieser Episode geht es um psychische Erkrankungen, Depression und Suizid. Einige Passagen können belastend sein. Bitte achte beim Hören gut auf dich.

